Erstes bundesweites Wissenschaftsforum zu Zentralasien

24.02.2026 von Tom Leonhardt in Internationales, Campus
Mit einem umfangreichen Programm hat am Montag das erste hochrangig besetzte „Deutsche Hochschul- und Wissenschaftsforum Zentralasien“ begonnen. Organisiert wird die dreitägige Veranstaltung von der MLU. Ziel ist, die deutsche Wissenschaftsgemeinschaft über Kooperationspotenziale in Zentralasien zu informieren und den Aufbau eines bundesweiten Netzwerks anzustoßen.
Gemeinsames Foto mit allen fünf Botschaftern der zentralasiatischen Länder (von links): S. E. Imomudin Sattorov (Tadschikistan), S. E. Nurlan Onzhanov (Kasachstan), Staatssekretär Marcus Pleyer, Rektorin Claudia Becker,  S. E. Omurbek Tekebaev (Kirgisistan),  S. E. Berdymurat Redjepov (Turkmenistan) und S. E. Dilshod Akhatov (Usbekistan)
Gemeinsames Foto mit allen fünf Botschaftern der zentralasiatischen Länder (von links): S. E. Imomudin Sattorov (Tadschikistan), S. E. Nurlan Onzhanov (Kasachstan), Staatssekretär Marcus Pleyer, Rektorin Claudia Becker, S. E. Omurbek Tekebaev (Kirgisistan), S. E. Berdymurat Redjepov (Turkmenistan) und S. E. Dilshod Akhatov (Usbekistan) (Foto: Markus Scholz)

Zentralasien ist aufgrund seiner geografischen Lage, seines Rohstoffreichtums und als „Hot Spot“ des Klimawandels von besonderer geopolitischer Bedeutung. Seit 2023 bemüht sich die deutsche Regierung im Rahmen des Formates „Z5+1“ um eine stärkere wirtschaftliche und politische Zusammenarbeit mit Kasachstan, Kirgistan, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan. Groß ist auch das Interesse an Kooperationen in Bereichen wie Nachhaltigkeit, Energie, Wasser, Klima, Ressourcenmanagement und Hochschulbildung. Vor diesem Hintergrund findet in dieser Woche das „Deutsche Hochschul- und Wissenschaftsforum Zentralasien“ in der Leopoldina statt, das die MLU – unterstützt vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) – organisiert hat. Auch die Botschafter der fünf zentralasiatischen Länder nahmen an der Veranstaltung teil: S. E. Dilshod Akhatov (Usbekistan), S. E. Nurlan Onzhanov (Kasachstan), S. E. Berdymurat Redjepov (Turkmenistan), S. E. Imomudin Sattorov (Tadschikistan) und S. E. Omurbek Tekebaev (Kirgisistan). Bereits vor dem offiziellen Auftakt trugen sie sich in das Goldene Buch der Universität ein.

Rektorin Prof. Dr. Claudia Becker begrüßte die mehr als 180 Vertreterinnen und Vertreter aus Forschung, Politik und Forschungsförderung und machte die starke Verbindung der MLU mit Zentralasien deutlich. In den Ländern gebe es viele Herausforderungen: von demografischen und ökonomischen Entwicklungen über Fragen zur Wasser- und Ernährungssicherheit sowie zur Energieversorgung bis hin zu globalen Entwicklungen wie dem Klimawandel. „Mit einem Wort: Transformation ist das große Thema, mit dem sich die Staaten sehr intensiv auseinandersetzen müssen“, so Becker. Transformation ist auch eine der drei Profillinien der MLU, die das große Thema intensiv in Forschung und Lehre bearbeitet.

Für die Verankerung und Vernetzung in den zentralasiatischen Staaten brauche es auch einen Ankerpunkt vor Ort, so die Rektorin. Bereits seit 2019 ist die MLU mit einer Auslandsrepräsentanz in Almaty, Kasachstan, in der Region vertreten. Daran angegliedert ist das vom BMFTR geförderte „Central Asia Sustainable Innovation Bureau“ (CASIB). Das Kontaktbüro unterstützt den Transfer von Innovationen und Projektergebnissen und vernetzt BMFTR-geförderte Projekte in den zentralasiatischen Partnerländern und organisiert zugleich den Forschungsaustausch in Zentralasien. Der Leiter beider Einrichtungen Dr. Peter Liebelt ist außerdem seit Dezember 2025 Vertrauenswissenschaftler der Deutschen Forschungsgemeinschaft für die Region Zentralasien.

BMFTR-Staatssekretär Dr. Marcus Pleyer betonte in seinem Grußwort die Relevanz gemeinsamer Projekte für die internationale Politik: „Vertrauen ist die wichtigste Währung internationaler Zusammenarbeit. Es entsteht nicht in Papieren oder Protokollen, sondern durch persönlichen Austausch, gemeinsame Projekte, tragfähige Netzwerke“, so Pleyer. „Wir setzen auf Dialog, Kooperation und die Kraft der Wissenschaft, um Veränderungen positiv und nachhaltig zu gestalten.“ Kurz zuvor hatte er gemeinsam mit den fünf Botschaftern ein Memorandum of Understanding über die forschungspolitische Kooperation zwischen den zentralasiatischen Ländern und Deutschland unterzeichnet.

Das Grußwort für die Deutsche Forschungsgemeinschaft überbrachte Prof. Dr. Georg Guggenberger, wissenschaftliches Mitglied des DFG-Senats. Er vertrat DFG-Vizepräsidentin Prof. Dr. Karin Jacobs. Guggenberger würdigte CASIB als zentrale Anlaufstelle für die Zusammenarbeit der zentralasiatischen Länder mit Deutschland. „Diese Zusammenarbeit stärkt die institutionelle Verankerung der DFG in der Region und erleichtert es uns Wissenschaftler*innen, die Initiierung neuer Forschungskooperation in Zentralasien anzugehen.“

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