„Eine leistungsfähige Universität braucht eine leistungsfähige Infrastruktur“

Es waren nach der Übergabe der sanierten und neu errichteten Gebäude der Geobotanik im vergangenen Jahr zwei weitere Großprojekte, die am 3. Juli ihren Abschluss fanden: Die Sanierung des Instituts für Pharmazie und der Gebäudeteile B und D des Instituts für Chemie, die 2019 begonnen hatte. Umgesetzt wurden die Baumaßnahmen durch das Amt für Immobilien- und Baumanagement (AIB) Halle. Insgesamt flossen mehr als 40 Millionen Euro in die Sanierung des Institutsgebäudes der Pharmazie und dessen Ersteinrichtung, fast 30 Millionen Euro waren es im Institut für Chemie. Gefördert wurden beide Landes-Maßnahmen mit Mitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und damit auch kofinanziert vom Land Sachsen-Anhalt.
„Die Baumaßnahmen stellen einen bedeutenden Beitrag zur Modernisierung der Hochschul- und Forschungslandschaft in Sachsen-Anhalt dar“, sagte Finanzstaatssekretär Rüdiger Malter zur offiziellen Schlüsselübergabe, die direkt vor der Langen Nacht der Wissenschaften stattfand. Er verwies in seinem Grußwort auf die Herausforderungen, die die Projekte für Lehrende und Studierende, aber auch für die Bauverantwortlichen mit sich brachten. Letztere hätten nicht nur mit den Auswirkungen von Corona, sondern auch mit dramatischen Preisentwicklungen und der fehlenden Verfügbarkeit von Fachfirmen gekämpft, sagte er. „Aber das Ergebnis zählt“ – und das sei energetisch saniert, barrierefrei und hochmodern. Zudem freue es ihn, dass der überwiegende Teil der Aufträge in der Region geblieben sei, so Malter.
Thomas Wünsch, Staatssekretär im Wissenschaftsministerium, betonte die gestärkte Attraktivität der Chemie und der Pharmazie an der MLU. „Das ist auch wichtig vor dem Hintergrund, dass unsere Wirtschaft gerade in den Bereichen Chemie und Pharma große Herausforderungen bewältigen muss, allerdings auch vielversprechende Wachstumschancen hat“, sagte er. Dazu würden erstklassig ausgebildete Menschen gebraucht. Er freue sich auch darüber, dass unter den neuen Bedingungen wieder mehr Lehramtsstudierende fachbezogen ausgebildet werden können.
Für Rektorin Prof. Dr. Claudia Becker bot der Tag auch Gelegenheit, Danke zu sagen. „Wir freuen uns über die sanierten Institute für Pharmazie und Chemie, die modernen Lehrräume und die sehr gut ausgestatteten Labore. Eine leistungsfähige Universität braucht eine leistungsfähige Infrastruktur“, so Becker.
Im Anschluss an die feierliche Schlüsselübergabe wurden die Gäste – unter ihnen auch Halles Oberbürgermeister Dr. Alexander Vogt – durch die sanierten Gebäude geführt. Sie erhielten Einblicke in modernisierte Forschungsräume, neu eingerichtete Labore, aktuelle Forschungsarbeiten und Lehrbedingungen. Und sie spürten die Begeisterung derjenigen, die die Gebäude nutzen: Die MLU verfüge nun über „das modernste Ausbildungslabor für Lebensmittelchemie in Deutschland“, schwärmte etwa der Lebensmittelchemiker Prof. Dr. Marcus Glomb.
Im Institut für Pharmazie, einem in den 1960er Jahren entstandenen Bau, wurden denkmalgeschützte Elemente wie das historische Hörsaalgestühl, die Beleuchtung oder die Hörsaalfassade erhalten und aufgearbeitet – zugleich wurde das Gebäude an heutige Anforderungen angepasst, die es zum Beispiel in Hinblick auf Arbeitsschutz, Barrierefreiheit und Brandschutz gibt. Auf einer Nutzfläche von gut 2.800 Quadratmetern bieten modern ausgestattete Labore, eine energieeffiziente Lüftungs- und Raumlufttechnik und mehr nun optimale Studien- und Arbeitsbedingungen. Neben 50 Laboren stehen 40 Büros, sechs Seminarräume und ein Hörsaal zur Verfügung.
In den Gebäudeteilen B und D der Chemie wurden unter anderem Dächer und Geschossdecken, Fassaden und Innenputz, Fenster, Türen und Bodenbeläge sowie die komplette technische Gebäudeausrüstung erneuert. Auf 1.800 Quadratmetern Fläche bieten die Gebäude heute 40 Labore, darunter drei Großraumlabore und ein Didaktik-Großraumlabor. Davon profitieren neben den Studierenden vor allem sechs Forschungsgruppen. Das Institut für Chemie wurde zwischen 1952 und 1955 im Stil des Neoklassizismus errichtet und ist das älteste Gebäude auf dem Weinberg Campus. Die Gebäudeteile A und C wurden bereits von 1994 bis 2002 saniert.
Zu den Projektbeschreibungen des Landes: https://blsa.sachsen-anhalt.de/bauen/landesbau-unis-und-hochschulen/chemie-und-pharmazie



