Lichtkunst macht Forschung sichtbar: Neue Ausstellung im Löwengebäude

23.04.2026 von Sarah Ludwig in Varia
Großformatige Lichtbilder, Hologramme und Laserprojektionen sind aktuell im Löwengebäude zu sehen. Sie sind Teil der Ausstellung „NeurOPTICS“, die am Mittwochabend eröffnet worden ist. Die Schau macht die Ergebnisse des gleichnamigen Forschungsprojekts an der MLU zu ethischen und rechtlichen Fragen der sogenannten Optogenetik greifbar. Sie ist zudem ein Beitrag zum kulturellen Themenjahr „Stadt. Licht. Leben. Energie“ der Stadt Halle.
Die Ausstellung "NeurOPTICS" zeigt großformatige Bilder der Künstlerin Marta Djourina im Löwengebäude.
Die Ausstellung "NeurOPTICS" zeigt großformatige Bilder der Künstlerin Marta Djourina im Löwengebäude. (Foto: Markus Scholz)

In dem Projekt „NeurOPTICS. Optogenetik in der Neurowissenschaft – Ethische und rechtliche Aspekte“ untersuchen Forschende aus Philosophie und Rechtswissenschaft seit 2023 gemeinsam ethische und juristische Fragen der Optogenetik. Geleitet wird das Projekt von Dr. Hans Zillmann und Dr. Timo Faltus vom Juristischen Bereich. Bei der Optogenetik werden Nervenzellen mithilfe gentechnischer Methoden lichtempfindlich gemacht, sodass sie sich anschließend mit Licht steuern lassen. Die Optogenetik soll dabei helfen, neurologische Erkrankungen wie Parkinson, Epilepsie oder Depression besser zu verstehen und neue Wege für die Entwicklung präziser Therapien zu eröffnen.

In seinem Grußwort betonte der Jurist Prof. Dr. Winfried Kluth, an dessen Professur das Projekt angesiedelt ist, den interdisziplinären Charakter des Projekts und würdigte zudem die Ausstellung als besondere Form der Wissenschaftskommunikation. Denn Kunst könne vermitteln, was anders nicht sagbar sei. Die Ausstellung „ist kein Anhängsel, sondern ein integraler Bestandteil eines Wissenschaftsverständnisses, das die eigenen Erkenntnisse und die eigenen Botschaften möglichst breit und auf vielen Ebenen vermitteln möchte.“

Im Zentrum der Ausstellung stehen die Lichtinstallationen von Marta Djourina und Paul Wiersbinski, die sich auf kreative Weise mit dem Thema Optogenetik auseinandersetzen und Ergebnisse aus dem Forschungsprojekt aufgreifen. Marta Djourina nutzt in ihren Arbeiten „Light To See“ und „After Exposure“ Licht selbst als Medium und macht sichtbar, wie es Materie verändert oder Spuren hinterlässt – ein künstlerischer Zugang zu einem Prinzip, das auch in der Optogenetik genutzt wird. Die Installation „Double Dream Machine“ von Paul Wiersbinski greift zentrale Elemente der optogenetischen Forschung auf und übersetzt sie in eine laborähnliche Lichtinstallation mit schwebenden Hologrammen und rotierenden Lichtmustern. Prof. Dr. Sara Burkhardt, Professorin für Kunstpädagogik und Kunstdidaktik an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein und Jurymitglied bei der Auswahl der Kunstschaffenden für das Projekt, stellte die Arbeiten der Künstler zur Vernissage vor.

Kuratiert und umgesetzt wurde die Ausstellung, die bis zum 5. Juli im Löwengebäude zu sehen ist, von der Zentralen Kustodie der MLU. Die Künstler wurden in einem Wettbewerbsverfahren ausgewählt. Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt.

Kategorien

Varia

Kommentar schreiben

Auf unserer Webseite werden Cookies gemäß unserer Datenschutzerklärung verwendet. Wenn Sie weiter auf diesen Seiten surfen, erklären Sie sich damit einverstanden. Einverstanden