„KlimaPlanReal“: Hochschulen entwickeln Wege zur Klimaneutralität

19.01.2023 von Katrin Löwe in Campus
In der Vereinbarung, die in der vergangenen Woche während der Audimax-Besetzung mit Studierenden der Gruppe "End Fossil: Occupy! Halle" erarbeitet wurde, wird erstmals auf „KlimaPlanReal“ verwiesen. Frederik Bub, Koordinator im Nachhaltigkeitsbüro der MLU, erklärt im Gespräch mit „campus halensis“ die Hintergründe des vom Bund geförderten Projekts, in dem die Universität mitarbeitet. In der kommenden Woche soll es auch offiziell vorgestellt werden.
Frederik Bub ist Koordinator im Nachhaltigkeitsbüro.
Frederik Bub ist Koordinator im Nachhaltigkeitsbüro. (Foto: Marian Sorge)

Zu den Verhandlungsergebnissen der vergangenen Woche gehört, dass sich die MLU verstärkt um Klimaneutralität bemüht. Welche Rolle spielt „KlimaPlanReal“ dabei?
Frederik Bub: „KlimaPlanReal“ ist ein Verbundprojekt von fünf Hochschulen in Sachsen-Anhalt. Die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg als Koordinatorin, die MLU und die Hochschulen Anhalt, Harz und Magdeburg-Stendal haben sich zusammengeschlossen, um Wege zur Treibhausgasneutralität zu entwickeln und dann auch zu gehen. Wir sind im gleichen Bundesland, haben also ähnliche Rahmenbedingungen und sind bereits seit zwei Jahren in einer Arbeitsgemeinschaft „Nachhaltige Hochschulen“ im regen Austausch zu Nachhaltigkeit und Klimathemen. Aus diesem Austausch ist auch die Projektidee entstanden.

Die konkret was beinhaltet?
Zunächst die Erstellung einer Klimabilanz: Wo stehen wir, wie hoch sind unsere Treibhausgas-Emissionen, was sind relevante Bereiche? Da schauen wir vor allem auf Energie und Mobilität, wollen aber auch Themen wie Beschaffung und Ernährung berücksichtigen. Die Bilanz soll bis zum Ende des Semesters fertiggestellt werden. Im Bereich Strom und Wärme haben wir schon einen guten Einblick dank des Energiemanagements der MLU in der Abteilung 4, Bau, Liegenschaften und Gebäudemanagement. Seit 2022 beziehen wir zu 100 Prozent Ökostrom, das heißt, da sieht unsere Klimabilanz sehr gut aus. Trotzdem macht es natürlich Sinn zu schauen: Wo ist der Verbrauch besonders intensiv, wo gibt es vielleicht Einsparmöglichkeiten? Wärme ist dagegen die größte Baustelle in Sachen Klimaneutralität, weil unsere komplette Versorgung auf fossilen Energieträgern basiert.

Was passiert nach der Status-Quo-Analyse?
Die Idee ist, über einen Hochschulklimarat Empfehlungen zu erarbeiten, wie die Hochschule klimaneutral werden kann. Das Novum an diesem Gremium ist, dass es nicht gewählt oder ernannt wird. Stattdessen soll es eine Losdemokratie geben. Vorbild sind Bürgerräte, bei denen die Mitglieder gelost werden, um sich dann gemeinsam Lösungen zu erarbeiten. Der Gedanke dabei ist, dass man eine große Meinungsvielfalt hat und dass das, worauf sich dieses Gremium einigt, möglichst mehrheitsfähig ist und eine große Akzeptanz genießt. Der Hochschulklimarat soll in diesem Sommersemester gebildet werden. Mit dem wissenschaftlichen Beirat des Projekts sind wir gerade dabei, ein gutes Prozedere zu finden – nach welchen Verhältnissen gelost wird oder mit welcher Geschlechteraufteilung zum Beispiel. Ein Novum steht dabei schon fest: Es wird eine paritätische Besetzung mit Studierenden geben, die die Hälfte des Gremiums stellen.

Das „Real“ im Projektnamen steht dann für Realisierung …
Ja. Dann geht es darum, innovative Ansätze aus den Empfehlungen zu erproben. Dafür werden die relevanten Hochschulstrukturen, also zum Beispiel Mitglieder aus der Verwaltung und den Fakultäten an den Tisch geholt und so genannte Transformationsteams gebildet. Bis zum Ende des Förderzeitraums 2025 sind wir wahrscheinlich noch nicht klimaneutral, haben aber einen konkreten Plan und haben gelernt, wie wir den Weg dahin weitergehen können.

Projektvorstellung

„KlimaPlanReal“ wird am kommenden Dienstag, 24. Januar, ab 9 Uhr zum ersten Mal öffentlich präsentiert. Neben der allgemeinen Vorstellung gibt es dabei auch einen Überblick über den Stand an der MLU und Raum für Austausch hierzu. Nähere Informationen und die Links zu den zugehörigen Videokonferenzen gibt es im Veranstaltungskalender der MLU.

Die Verhandlungsergebnisse mit den Studierenden von "End Fossil: Occupy! Halle" sind hier zu finden: https://wcms.itz.uni-halle.de/download.php?down=63939&elem=3461941

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Nachhaltigkeit

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