Willkommen, Welcome, Bienvenue: Universität und Stadt begrüßen Erstsemester

Steuerfrau, Chefdiplomatin, Orchesterdirigentin – Rektorin Prof. Dr. Claudia Becker fand zu Beginn des Bühnenprogramms auf der Immatrikulationsfeier eine ganze Reihe von Umschreibungen für ihre aktuelle Tätigkeit. Und lieferte zugleich das eine oder andere Detail: Mehr als 12.500 Unterschriften habe sie in ihrer ersten Amtszeit von 2022 bis zum August 2026 geleistet, sagte sie zum Beispiel. Und gemeinsam mit ihren Rektoratskolleg*innen die Universität in „unendlich vielen Gremien“ vertreten. Im Format „10 Fragen an die Rektorin“ gab Becker auch sehr persönliche Einblicke. Archäologie oder Medienwissenschaften finde sie ganz spannend, sagte sie zum Beispiel – und dennoch würde sie immer wieder Statistik studieren. „Das war und ist mein Fach.“ Becker hatte nicht nur den ein oder anderen Tipp für die Erstis parat. Sie betonte auch ihre Begeisterung dafür, wie sehr die Universität mit den Studierenden „diese Stadt und das Bild dieser Stadt prägen“.
Rund 4.000 junge Menschen starten nach aktuellem Stand neu in ein Studium an der MLU. Entgegen aller Prognosen seien die Bewerbungs- und Immatrikulationszahlen stabil, sagte die Rektorin am Nachmittag beim traditionellen Ersti-Talk. „Denn klar ist auch: Die MLU ist ein freier und weltoffener Ort der Begegnung, des offenen Diskurses und der kritischen Auseinandersetzung. Menschen mit unterschiedlichen kulturellen, ethnischen, religiösen und sozialen Hintergründen kommen hier zusammen, lernen voneinander und entwickeln gemeinsam neue Perspektiven. Diese Vielfalt und Internationalität sind eine große Stärke unserer Universität. Alle, die bei uns studieren, lehren und arbeiten, sind Teil unserer Gemeinschaft und herzlich willkommen“, sagte sie. „Wir stehen gemeinsam für Demokratie, für Wissenschaftsfreiheit und für den Rechtsstaat ein.“
Becker begrüßte die neuen Studierenden gemeinsam mit dem Oberbürgermeister der Stadt Halle sowohl in deutscher als auch in englischer Sprache – Alexander Vogt zusätzlich noch auf Französisch. Auch der OB betonte dabei die Bedeutung von Weltoffenheit. „Ohne Internationalität, ohne Weltoffenheit hat dieses Land und diese Stadt in meinen Augen keine Zukunft“, sagte er. Vor dem Ersti-Talk hatten Rektorin und OB den neuen Maßnahmenplan zur Zusammenarbeit von MLU und Stadt unterzeichnet, der unter anderem ein Projekt für ein digitales Willkommensportal für internationale Studierende vorsieht.
Woher die neuen Studierenden in diesem Jahr kommen, ließ sich in der „Ersti-Lounge“ an der interaktiven Willkommensstation beobachten. Zahlreiche junge Menschen nutzten die Chance, mit einem Pin und Foto von sich ihren Herkunftsort auf einer Deutschland- und einer Weltkarte zu markieren und auf kleinen Tafeln ihre Wünsche für die nächsten Jahre zu äußern. Bestandene Prüfungen, finanzielle Stabilität und eine möglichst stressfreie Zeit gehörten dazu, aber auch Freibier und der Traum von wissenschaftlichem Erfolg – dem Nobelpreis. Oder einfach: „Hakuna Matata“. Neue Erfahrungen zu machen, neue Menschen kennenzulernen und aus der eigenen Komfortzone zu gehen – darauf freuten sich auch die 19-jährigen Victoria, Lisann und Laura aus der Region Weißenfels, die alle drei ein Lehramtsstudium an der MLU starten. „Es heißt doch immer, das Studium sei die beste Zeit im Leben.“
Damit das wahr wird, gab es zur Immafeier neben zahlreichen Infoständen zum Leben und Studieren in Halle noch jede Menge Tipps und Anekdoten – unter anderem zum Studium im Ausland von Lea Malina Schröder oder aus dem Leben des Geschichts-Professors Dr. Stefan Pfeiffer. Moderiert von MLU-Alumna Ulrike Baier plauderten beim Ersti-Talk die neu berufene Professorin Dr. Betteke van Noort, Studienbotschafter Julian Herold, Quartiermanagerin Johanna Ludwig und die selbstständige Projektleiterin und Bildungsreferentin Franziska Dusch. Ihre Botschaften unter anderem: Überforderung zum Studienstart verschwindet auch wieder, Professoren sind dankbar über Interaktion – und auch Halle-Neustadt ist mit seinen Vereinen und Initiativen einen Besuch wert.
Begleitet war die Immafeier – gleichzeitig Abschluss der Orientierungstage – in diesem Jahr von zeitweisem Regen, ein Teil des Programms wurde ins Melanchthonianum verlegt. Dabei sei Halle „eine der trockensten Städte Deutschlands“, wie der OB den Anwesenden versicherte. Und er versprach: „Sie werden viele trockene Tage haben.“









