Fenster mit Aussicht: Die Geschichte des Unisports

27.05.2021 von Sarah Ludwig in Campus, Varia
Ein historisches Spitzbogenfenster zwischen modernen Sportgeräten: Was im StudiFit Lührmann des Universitätssportzentrums (USZ) zunächst deplatziert wirkt, hat eine interessante Geschichte. Sie ist eng mit der Moritzburg und dem universitären Sport in Halle verwoben.
Hans-Ulrich Renner (links) und Detlef Braunroth an dem aufgearbeiteten Fenster aus der Moritzburg
Hans-Ulrich Renner (links) und Detlef Braunroth an dem aufgearbeiteten Fenster aus der Moritzburg (Foto: Markus Scholz)

Die Gemäuer des heutigen Kunstmuseums Moritzburg haben im vergangenen Jahrhundert nicht nur Bilder und Skulpturen bedeutender Künstlerinnen und Künstler beherbergt. Hier mussten sich einst auch Studierende und Lehrende der Uni Halle bewähren – allerdings nicht in künstlerischem Sinne, sondern beim Basketball, Turnen und Judo. Denn bereits seit den 1920er Jahren nutzte das damalige Institut für Körpererziehung, ab den 50ern auch der allgemeine Studentensport, Gebäudeteile der Moritzburg. Genauer gesagt die Turnhallen, Seminarräume und Büros im nördlichen Flügel. Einblicke in eine dieser Turnhallen aus dem 19. Jahrhundert sind jetzt auf einem historischen Fenster im StudiFit zu sehen. Detlef Braunroth, Leiter des Unisportzentrums, hat das aufgearbeitete und gestaltete Fenster entgegengenommen – ein Geschenk von Hans-Ulrich Renner an die Universität. „Es ist wirklich sehr schön geworden. Man blickt jetzt sozusagen in die Geschichte des Unisports hier in Halle. Ein richtiges Highlight für das StudiFit.“

Doch wie ist das Fenster von der Moritzburg dorthin gekommen? In den 80er Jahren war Hans-Ulrich Renner wissenschaftlicher Sekretär des Instituts für Sportwissenschaft. Von seinem Schreibtisch im Büro des Institutsdirektors in der Moritzburg schaute er jeden Tag auf genau das Fenster, das heute im StudiFit hängt. „Als ich 2006 in den Ruhestand ging, wurde gerade der Teil der Moritzburg entkernt, in dem der Sport bis 1990 seinen Sitz hatte. Dabei sind alle Balken und Geländer, Türen und Fenster ausgebaut und eingelagert worden. Heute sind dort der Eingang und die Geraderobe des Kunstmuseums Moritzburg. „Und weil mich genau dieses eine Fenster vor meinen Augen so viele Jahre begleitet hat und ich etwas von „unserer Burg“ retten wollte, habe ich mir zum Abschied statt eines Geschenkes eine kleine Spende von meinen Kolleginnen und Kollegen erbeten. Und dann das Fenster vom Denkmalbauhof gekauft“, so Renner.

Bis Anfang dieses Jahres musste das Fenster auf seine weitere Verwendung warten. „Wir haben noch einmal darüber nachgedacht, was wir mit dem Fenster machen könnten, und kamen dann auf die Idee, es im StudiFit zu inszenieren“, sagt Detlef Braunroth. Auch Hans-Ulrich Renner war davon begeistert. Also wurde das Fenster aufgearbeitet und ein Foto der Turnhalle auf der oberen Glasscheibe angebracht. In einem kurzen Text wurde die Geschichte des universitären Sports in Halle zusammengefasst und am Fenster platziert. „Und wir haben noch mehr Historisches“, so Braunroth. „Über die Jahre hinweg haben wir Gegenstände des Unisports gesammelt: Schlittschuhe aus den 1950ern, Ski aus Holz und Cricketschläger aus den 1920er Jahren. All diese Sachen kann man sich im Fitnessraum am Von-Seckendorff-Platz anschauen, wenn das StudiFit wieder geöffnet ist.“

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