Exzellent in der Forschung, stark in der Region

24.04.2026 von Prof. Dr. Claudia Becker in Jahrbuch, Wissenschaft, Hochschulpolitik
Lesen Sie hier das Editorial von MLU-Rektorin Prof. Dr. Claudia Becker aus der aktuellen Ausgabe des Jahrbuchs „scientia halensis".
Auf dem Fundament der Tradition die Zukunft gestalten: Rektorin Claudia Becker in der Aula der Universität
Auf dem Fundament der Tradition die Zukunft gestalten: Rektorin Claudia Becker in der Aula der Universität (Foto: Anna Kolata)

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

2025 war für die Martin-Luther-Universität Halle- Wittenberg ein großartiges, im wahrsten Sinne des Wortes exzellentes Jahr. Im Mai haben wir als erste und einzige Universität in Sachsen-Anhalt den Zuschlag für ein Exzellenzcluster im Rahmen der Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder erhalten. 

Gefördert wird das „Center for Chiral Electronics“, das im Januar 2026 seine Arbeit aufgenommen hat. Im Zentrum der Forschung stehen neue Konzepte für leistungsfähige und energiesparende Elektronik. Dieser Erfolg ist ein Meilenstein für den Forschungsstandort Halle und steht exemplarisch für das wissenschaftliche Potenzial unserer Universität. Er zeigt: Unsere Universität kann bei der internationalen Spitzenforschung nicht nur mithalten, sondern die Richtung angeben. Ich bin überzeugt davon, dass wir über dieses Potenzial auch in weiteren Bereichen der Universität verfügen. Das gilt es nun durch gezielte und kontinuierliche Förderung auszuschöpfen, besonders auch im Verbund mit unseren starken Partnerinstitutionen in Halle, in Sachsen-Anhalt, in der mitteldeutschen Region und darüber hinaus. 

Ein gelungenes Beispiel für eine extrem erfolgreiche Kooperation, die mit externer Förderung begonnen und nun in eine dauerhafte Struktur überführt wurde, ist das Deutsche Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung iDiv. Dieses international hoch angesehene Forschungszentrum wird nach Beendigung der DFG-Förderung nun von den Ländern, den Universitäten Halle, Jena und Leipzig sowie dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung UFZ gemeinsam getragen. 

Wichtige Themen für die Forschung, aber auch für den unmittelbaren Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Praxis, sind für uns die Herausforderungen rund um Strukturwandel und Transformation. Der beschlossene Kohleausstieg im Mitteldeutschen Revier, der demografische Wandel in der Region, aber auch globale Entwicklungen wie Klimawandel und Artensterben bedeuten grundlegende Umbrüche in Arbeit, Infrastruktur, gesellschaftlichem Zusammenhalt und Lebensalltag hier vor Ort. Gleichzeitig entstehen neue Chancen für Innovation, Qualifizierung und nachhaltige Entwicklung. Als Zentrum der Transformationsforschung in Sachsen-Anhalt begleiten wir diese Entwicklungen nicht nur wissenschaftlich, sondern wir arbeiten an praxisnahen Vorschlägen und Impulsen für die Zukunft. 

Damit leisten wir einen Beitrag für innovative und nachhaltige Wertschöpfungsketten im Mitteldeutschen Braunkohlerevier in einem europäischen Kontext. Von diesem großen Engagement zeugen die großen Strukturwandelprojekte „Just Transition Center“ (JTC), „DiP Sachsen-Anhalt – Modellregion der Bioökonomie“ und „TPG – Digitale Zukunft von Pflege und Gesundheit“, die von der MLU koordiniert werden und bereits jetzt wichtige Impulse für die Transformation in die Region geben. 

Unser starkes Engagement für die Region spiegelt sich auch in unseren sehr guten Immatrikulationszahlen wider. Mehr als 4 100 neue Studierende haben sich bis Oktober für ein Studium an der MLU entschieden, fast 800 davon haben ein Lehramtsstudium begonnen. Eine hochwertige, zukunftsorientierte Lehre für die Qualifikation von Fachkräften direkt für Mitteldeutschland verstehen wir als eine unserer gesellschaftlichen Kernaufgaben. 

Möglich sind diese zahlreichen Erfolge in Forschung und Lehre aber nur durch verlässliche und stabile Rahmenbedingungen. Auch in dieser Hinsicht war 2025 für uns ein gutes Jahr. Mit dem Land konnten wir die Zielvereinbarungen für unsere Universität, für die Universitätsmedizin und für das Lehramt unterschreiben. Damit sind zentrale Entwicklungsvorhaben und -linien verbindlich festgehalten. Die strategische Grundlage dafür bildet der Hochschulentwicklungsplan (HEP), den der Akademische Senat Anfang 2024 beschlossen hat und der inzwischen an vielen Stellen konkret umgesetzt wird. 

2025 haben wir zudem das 30-jährige Bestehen des Mitteldeutschen Universitätsbundes gefeiert. Die starke Partnerschaft mit den Universitäten in Jena und Leipzig wollen wir künftig noch stärker in der Lehre zum Wirken bringen. International haben wir im vergangenen Jahr unsere Kooperationen in Osteuropa und Zentralasien gefestigt und weiterentwickelt. So haben wir zum Beispiel auf einer Delegationsreise in Armenien mehrere Verträge erneuert und neue Kontakte hergestellt.

Bevor ich Ihnen an dieser Stelle eine anregende Lektüre dieser Themen auf den kommenden Seiten wünsche, erlauben Sie mir noch ein paar Gedanken zum Jahr 2026. Die MLU ist exzellent, sie hat eine lange und große wissenschaftliche Tradition. Auf diesem Fundament können und müssen wir Zukunft verantwortungsvoll gestalten. Freiheit, und das heißt auch die Freiheit der Wissenschaft, will immer wieder verteidigt werden. Demokratie muss von allen Mitgliedern der Gesellschaft gelebt werden können und aktiv gelebt werden. Demokratie und Rechtsstaatlichkeit, die wir in Deutschland hart errungen haben, sind rund um den Globus nicht selbstverständlich – selbst dort, wo sie es vermeintlich waren. Auch wir sollten sie nicht für selbstverständlich halten.

Die MLU gestaltet Zukunft: in der Wissenschaft, in der Bildung, gesellschaftlich, kulturell und auch wirtschaftlich. Die Aufgabe ist anspruchsvoll, aber vor allem sinnstiftend und motivierend. 

In diesem Sinne lade ich Sie sehr herzlich ein, sich an der MLU umzuschauen und das Kommende mitzugestalten. Seien Sie uns gewogen!  

Ihre Claudia Becker
Rektorin
 

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