Frischer Wind fürs Gründen

Die zentrale Informations- und Beratungsstelle des Transfer- und Gründungsservice der Universität ist seit Anfang 2025 am Hohen Weg zu Hause. Dort, wo sich früher das Zentrum für Ingenieurwissenschaften der Uni Halle befand, wird heute wieder an wirksamen Lösungsansätzen für morgen und übermorgen getüftelt. Der Transfer- und Gründungsservice ist Teil der Abteilung Forschung, Transfer und Drittmittelservice.
Gründungsinteressierte Studierende, Forschende und Alumni finden hier passgenaue Begleitung entlang des gesamten Innovationsprozesses: von der ersten Idee über die konzeptionelle Ausarbeitung bis hin zur konkreten Umsetzung. Dazu gehören Workshops zu Innovationsmethoden, die Entwicklung von Impact Cases, die Ausarbeitung von Geschäftsmodellen sowie die Beratung zu Schutzrechten. Ebenso unterstützt das Team bei der Akquise von spezifischen Fördermitteln, Stipendien und beim Finden geeigneter Kooperationspartner. Hinter den Sensibilisierungs- und Beratungsangeboten zur Gründungsbegleitung und Entrepreneurship- Lehre steht jetzt ein fünfköpfiges Team. Es wird zum einen über den „Europäischen Sozialfonds Plus“ mit Mitteln in Höhe von knapp 800.000 Euro gefördert und zum anderen durch die MLU selbst personell gestärkt.
Mit vielfältigen Erfahrungen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Innovationsmanagement schafft das Team Räume für Menschen, die Ideen weiterentwickeln sowie wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Impact erzielen möchten. „Wir setzen in der universitären Gründungsbegleitung auf Ermutigung, Interdisziplinarität und Vernetzung. Forschung, Innovation und Unternehmertum werden als zusammenhängende Entwicklungspfade verstanden“, so Dr. Susanne Hübner, die Leiterin des Transfer- und Gründerservice.
Diese Pfade beginnen oftmals schon in Studium und Lehre. Und auch hier gibt es neue Ansätze: 2025 hat die Universität eine Stelle für Entrepreneurship-Lehre geschaffen, um gründungsinteressierten internationalen Studierenden einen Anlaufpunkt zu bieten. Im Zentrum steht die Aufgabe, Studierende fakultätsübergreifend frühzeitig zum unternehmerischen Denken und Handeln zu ermutigen und ihnen den Zugang zu innovationsorientierten Lern- und Erfahrungsformaten zu erleichtern. Damit stärkt die Universität nicht nur den Transfer von Wissen in die Praxis, sondern schafft zugleich ein Umfeld, in dem Kreativität, Verantwortung und Zukunftsorientierung selbstverständlich sind.
Auch Forschungsteams werden frühzeitig für Unternehmertum und den Dialog mit der Region ermutigt. Mit dem Transferinkubator im „Just Transition Center“ (JTC), einem der großen Strukturwandelprojekte der MLU, begleitet ein interdisziplinäres Transferteam Forschende bei der Entwicklung von Impact Cases und dem Aufbau von Transferbeziehungen im südlichen Sachsen-Anhalt.
Im Rahmen eines weiteren Strukturwandelvorhabens – der „Innovationsregion für digitale Transformation der Pflege und Gesundheitsversorgung“ (TPG) – wird es einen Inkubator für „Robotik- und Assistenztechnologien für Pflege und Gesundheitsversorgung“ geben. Gemeinsam mit dem Transfer- und Gründungsservice wird er Infrastruktur und Personal für die Weiterentwicklung von technischen Innovationen für die Zukunft der Gesundheitsversorgung bereitstellen. Räumlich verankert ist dieses ebenfalls mit knapp 800.000 Euro im EU-Programm „Europäischer Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) geförderte Vorhaben zum einen im „TPG-Maker-Lab“ und zum anderen im „Scidea Lab“ am Weinberg Campus, ganz in der Nähe der Universitätsmedizin.
Auch bestehende Unternehmen der Region profitieren von der Arbeit des Transfer- und Gründungsservice: Kooperationen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft werden aktiv moderiert, um anwendungsorientierte Forschung zu stärken und Innovationspartnerschaften zu ermöglichen. So entstehen neue Zugänge zu Fachwissen, Technologien und wissenschaftlicher Exzellenz.
Der Blick nach vorn ist ambitioniert: „Die Universität hat erhebliches Potenzial, den gesellschaftlichen Wandel im südlichen Sachsen-Anhalt mitzugestalten, und ist schon jetzt ein Ort, an dem Innovation selbstverständlich entsteht, an dem sich Forschung wirksam entfaltet und an dem Gründerinnen und Gründer Freiräume finden. Der Transfer- und Gründungsservice gestaltet und moderiert diesen Raum – offen, mutig“, sagt Hübner.
