Foresight-Filmfestival: Geologische 3D-Modelle im Spielfilmformat

27.10.2017 von Tom Leonhardt in Wissenschaft, Varia
Geologische 3D-Modelle und smarte Städte: Mit gleich zwei Beiträgen waren Studierende der Universität Halle beim dritten Foresight-Filmfestival am Donnerstag in Halle vertreten. Zuvor hatte eine Jury die 14 besten Filme aus über 700 Einsendungen ausgewählt. Einer der beiden Filme ist „Underground“, der in Kooperation hallescher Medienstudenten mit dem Hydrogeologen Prof. Dr. Peter Wycisk entstand. Der Film spielt in der Zukunft und stellt auf anschauliche Weise Wycisks Arbeit zu 3D-Glasmodellen mit geologischen Daten dar.
Ein Ausschnitt aus dem Film
Ein Ausschnitt aus dem Film (Foto: Jörn Rohrberg)

Halle-Neustadt im Jahr 2067. Bauinspektoren führen im Keller eines verlassenen Hochhauses eine Untersuchung durch. Sie benötigen genauere Daten über den Untergrund des Areals, weil dort ein neues Hochhaus gebaut werden soll. Doch dann finden die Gutachter im Keller einen Glaswürfel. Dieser beinhaltet alle Daten, die sie für ihre Arbeit benötigen – eingraviert mit einem Laser im Jahr 2017.

Das kleine Filmteam von "Underground" während der Dreharbeiten
Das kleine Filmteam von "Underground" während der Dreharbeiten
(Foto: Jörn Rohrberg)

So beginnt der Film „Underground“, mit dem sich der Medienstudent Jörn Rohrberg und seine Kommilitonen Sebastian Reim, Oliver Thomas und Marius Rudolph beim 3. Foresight-Filmfestival beteiligt haben. Er ist eine Mischung aus Wissenschaft und Fiktion: „Wir wollten einen Film drehen, der Zukunft und Gegenwart verbindet“, so Rohrberg.

Ideengeber für den Film war der hallesche Hydrogeologe Prof. Dr. Peter Wycisk, der sich schon seit vielen Jahren mit geologischen 3D-Glasmodellen befasst. Er hat ein Verfahren entwickelt, mit dem sich geologische Daten in Glaswürfel eingravieren und somit dreidimensional darstellen lassen. Den Untergrund von Halle, Magdeburg, Staßfurt, Berlin und Wien hat Wycisk mit dieser Technik bereits erstellt.

Zweiter Film der Universität: „Eine Stadt schmilzt“

Studierende der Medien- und Kommunikationswissenschaften waren noch mit einem weiteren Film bei dem Festival vertreten. In „Eine Stadt schmilzt“ zeigt das Filmteam um Sören Engels seine Vision einer smarten Stadt in der Zukunft und greift dabei die Frage auf, welche gesellschaftlichen und technologischen Entwicklungen dafür nötig wären.

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