Ein Rekord zum Jubiläum

02.11.2021 von Katrin Löwe in Campus
120 Deutschlandstipendien sind am Montagabend an sehr gute und engagierte Studierende der Uni vergeben worden. Im zehnten Jahr des Programms ist das ein neuer Höchststand. Auf der Jubiläumsveranstaltung in der Händel-Halle kamen neben aktuellen Fördernden und Studierenden auch ehemalige Stipendiatinnen und Stipendiaten zu Wort.
Rektor Christian Tietje bei der Übergabe der Urkunden für das Deutschlandstipendium in der Händel-Halle
Rektor Christian Tietje bei der Übergabe der Urkunden für das Deutschlandstipendium in der Händel-Halle (Foto: Markus Scholz)

Valeryia Müller lebt seit sechs Jahren in Deutschland. Im Wintersemester 2016/17 hat sie in Halle ihr Gymnasial-Lehramtsstudium für Englisch und Russisch aufgenommen, das sie in diesem Sommer beendet hat, inklusive einer Zusatzqualifikation für Deutsch als Zweitsprache. Mittlerweile hat sie ein Startup „Deutschlera“ – ein Wortspiel mit ihrem Kurznamen Lera – gegründet, das Migrantinnen und Migranten inspirieren und motivieren soll, die deutsche Sprache zu lernen. Am Montag saß Müller als ehemalige Deutschlandstipendiatin auf der Bühne der Händel-Halle, um über ihre Erfahrungen mit dem Förderprogramm zu berichten. Sie habe sich stärker auf das Studium konzentrieren können, die Unterstützung aber vor allem genutzt, um Auslandsaufenthalte zu finanzieren, berichtete die aus Weißrussland stammende 25-Jährige. Sie hat im außerunterrichtlichen Praktikum in Großbritannien mit Kindern gearbeitet, die von Störungen aus dem Autismus-Spektrum betroffen sind, ein Schulpraktikum in Georgien absolviert. „Das waren prägende Erfahrungen“, sagte sie. Ihren Förderern – Müller erhielt das Stipendium zweimal – sei sie dafür sehr dankbar.

Insgesamt 995 Stipendien konnte die Uni Halle seit dem Start des Programms im Jahr 2011 vergeben, berichtete Rektor Prof. Dr. Christian Tietje in seiner Begrüßungsrede auf der Veranstaltung, die im Gegensatz zu der digitalen Variante im Vorjahr wieder in Präsenz stattfinden konnte. Die Hälfte des Stipendiums in Höhe von monatlich 300 Euro haben verschiedenste Stifter bereitgestellt, den Rest das Bundesministerium für Bildung und Forschung. Insgesamt konnten so 1,791 Millionen allein durch regionale Fördernde und mehr als 3,5 Millionen inklusive des Bundesanteils ausgereicht werden. „Das ist beeindruckend für die Region und die Universität“, so Tietje. Der Rektor erinnerte zum Beispiel an den Start mit 35 Stipendien, die am 12. Oktober 2011 übergeben wurden – damals war er als Dekan dabei. Die einstigen Befürchtungen, ostdeutsche Hochschulen könnten in dem Programm einen Standortnachteil haben, habe die Uni Halle ausräumen können. Mit 120 Stipendien, für die es 468 Bewerbungen gab, wurde jetzt im Jubiläumsjahr wieder ein neuer Rekord aufgestellt. Neben 14 Fördernden, die von Beginn an ohne Unterbrechung dabei sind, kamen in diesem Jahr sechs neue hinzu, so dass die Zahl der Stifterinnen und Stifter aktuell bei 68 liegt. „Sie sind hier ganz besonders aktiv“, konstatierte auch Thomas Wünsch, Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt und selbst Alumnus der MLU.

Mehrere Talkrunden wurden während der Veranstaltung dafür genutzt, aktuelle Förderer und Studierende vorzustellen sowie in Gesprächen mit Ehemaligen die vergangenen zehn Jahre Revue passieren zu lassen. Immer wieder kam dabei auch zur Sprache, wie die Studierenden von der finanziellen Unterstützung und den Kontakten zu ihren Förderern profitieren, was die Stifterinnen und Stifter motiviert. Seit 2019 gehört auch das hallesche E-Commerce-Unternehmen Relaxdays zu den Unterstützern. 2006 gegründet, habe es heute 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, so Unternehmenssprecherin Laura Zöller. „Das alles funktioniert nur mit sehr viel Engagement und mit sehr viel Herzblut – und das finden wir vor allem bei Hochschulabsolventen.“ Deshalb sei der Schritt logisch gewesen, Studierende zu unterstützen. Zöller, selbst einst Deutschlandstipendiatin, warb für einen frühzeitigen Kontakt in die Praxis. Im Anschluss an den offiziellen Teil der Übergabeveranstaltung hatten beide Seiten – Fördernde und Geförderte – Gelegenheit zu dem Part, der ein wichtiger Teil des Deutschlandstipendien-Programms ist: das gegenseitige Kennenlernen und Netzwerken.

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